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Die Illustrationen zu „Der lustige Dampfer“
entstanden in den 1940er Jahren, also während Triers Exil in England. Ganz
genau lassen sich die Bilder nicht mehr datieren. Sicher ist jedoch, daß Trier die Geschichten völlig selbständig entwickelt
hatte – also ohne Zutun eines Autors oder fremden Auftraggebers. Ein ebenso
unorthodoxes wie wagemutiges Vorgehen für einen Zeichner – und deshalb
geradezu typisch für den selbstbewußten und
eigensinnigen Künstler names Trier, der sich nie
als einem Autor nachgeordneter Illustrator empfand.
Auch nicht während enorm schwieriger Zeiten als ein aus Deutschland
vertriebener Emigrant.
Als Erich Kästner 1947 – nach fast zehn Jahren
kriegsbedingter Zwangspause - wieder Kontakt zu „seinem“ Zeichner aufgenommen
hatte und die Zusammenarbeit mittels der „Konferenz der Tiere“ und dem
„doppelten Lottchen“ wieder florierte, scheint der
Buchkünstler einen erneuten Versuch gewagt zu haben, seinen ollen „Steamer“ doch noch zu veröffentlichen – vielleicht sogar
mit Hilfe des Dichterfreundes. Triers überraschender Tod im Sommer 1951 und
Kästners anschließend verzweifelte Suche nach einem adäquaten Nachfolger
scheinen diesem Projekt dann allerdings das (beinahe) endgültige Aus bereitet
zu haben. Die nach München geschickten Bilder wurden vergessen und gelangten
schließlich nach dem Tode Kästners in den Nachlass dessen langjähriger
Lebensgefährtin Luiselotte Enderle. Wo sie für viele Jahre in einen
Dornröschenschlaf fielen. Da die seit 1998 betriebene Aufarbeitung des
Gesamtwerks von Walter Trier zwangsläufig auch zu den Nachlässen von Erich
Kästner und Luiselotte Enderle führte, kam dieser hinreißende Bilderzyklus
nach über einem halben Jahrhundert aber dann doch wieder ans Tageslicht. Und
eine bessere Wahl als Autor hätte auch Trier nicht finden können. So titelte
die F.A.Z. vom 29. August 2009 ganz zutreffend: „Glückliches Paar: Harry
Rowohlt verdichtet Triers Bilder“. Wenn man dann noch bedenkt, daß
dies alles unter dem Dach von Walter Triers „Hausverlag“ realisiert wurde,
der einstmals von Kurt Maschler geleitet worden war
und der noch viel früher für die Verbreitung von „Winnie-dem-Pu“
im deutschsprachigen Raum von Edith Jacobsohn überhaupt gegründet worden war
– für dessen Siegeszug in Deutschland wiederum die geniale Neuübersetzung von
Harry, dem Rowohlt verantwortlich zeichnet – dann beginnt man an glückliche
Fügungen zu glauben oder freut sich einfach nur an der Vollendung eines vor
über 50 Jahren begonnenen perfekten Projektes ... und wartet sehnsüchtig auf
die deutschen Erstausgaben der beiden anderen „Jolly“-Bücher. |